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magie und mystik
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maria und ihre heidnischen wurzeln - den artikel hab ich für unsere evangelische kirchenzeitung geschrieben, deswegen ist er vielleicht ein bisschen vorsichtig - ich wollts mir ja nicht komplett vermasseln mit der christlichen leserinnenschaft
Maria : Geheime Göttin
Maria - für viele Frauen ist sie ein zweischneidiges Schwert: Sie ist die Barmherzige, die sich für die Unterdrückten und für Gerechtigkeit einsetzt. Aber sie ist auch die Unerreichbare, die mit der Wirklichkeit „normaler“ Frauen wenig gemein hat und ihnen sogar einengende Normen von Weiblichkeit auferlegt: Die Frau, die „ohne Sünde“ empfängt und ohne Schmerzen gebiert. Demütig, ohne eigenen Willen, passiv gehorsam, Magd des Herrn.
Im Zuge der Emanzipation sahen viele Frauen keinen anderen Weg, als Maria den Rücken zu kehren. Wie Simone de Beauvoir, die zu dem Schluss kam: „Der höchste Sieg der Männlichkeit vollendet sich im Marienkult. Er bedeutet die Rehabilitierung der Frau durch die Vollkommenheit ihrer Niederlage.“
Andere aber, gerade viele feministische Theologinnen, wollten sich mit dem Bild der Maria, wie es die Kirchen vermitteln, nicht zufriedengeben. Sie forschten tiefer, entdeckten Marias heidnische Wurzeln - und fanden in ihr schließlich die alte Göttin, die Mutter allen Lebens und des Sterbens.
Schon die frühesten Religionen orientieren sich an der „Großen Mutter". In vielen Kulturen trifft man auf diese All-Eine, die mit unzähligen Namen auftritt, im Mittelmeerraum etwa als Astarte, Ishtar, Inana oder Hera.
Die Bemühungen der frühen Christen, den matriarchalen Kult der Göttinnen-Verehrung auslöschen, waren nicht immer erfolgreich. Zu stark das Bedürfnis der Menschen, eine Mutterfigur als göttliches Wesen zu verehren. Als Kaiser Theodosius etwa ums Jahr 380 das Christentum im römischen Reich zur Staatsreligion erheben und alle heidnischen Religionen verbieten ließ, wurde die Kraft der alten Göttin von vielen Menschen kurzerhand auf Maria übertragen. So identifizierte man Maria häufig mit der ägyptischen Göttin Isis. Es gibt Statuen aus dieser Zeit, von denen man nicht weiß, ob sie Isis mit dem Horuskind oder Maria mit dem Jesuskind am Arm darstellen sollen.
Für viele Menschen ist es wohl einfacher, sich einer Muttergestalt anzuvertrauen als dem strengen Vatergott oder dem Sohn, der ja auch als Richter gilt. Einer Mutter kann man alles sagen. Insbesondere den Schwarzen Madonnen, die in einer Tradition stehen mit den schwarzen Göttinnen wie Isis, Diana, Kybele, Persephone oder Kali. Ihnen, die um die dunklen Seiten der Seele wissen, kann man auch das eigene Dunkle zeigen.
In Maria steckt Mari, ein Grundname der Großen Göttin. Maria wurde mit denselben Titeln belegt wie ihre heidnischen Vorgängerinnen: Mutter Gottes, Meerstern, Königin des Himmels, Kaiserin der Hölle, Herrscherin der ganzen Welt. Auch viele Attribute und Symbole hat Maria mit der Urgöttin gemein:
• Die Lilie, die Blume der Lilith, der sumerischen
Schöpfungsgöttin;
• die Rose als Sinnbild für Blut, Liebe, Fruchtbarkeit,
weibliche Sexualität und Sinnlichkeit
• Die Spindel, Attribut vieler Muttergöttin als
Weberinnen des Schicksals, die den Lebensfaden in
der Hand haben
• Die Taube, der Vogel der Verkündigung, Aphrodites
Fruchtbarkeitssymbol
• die Schlange, Begleiterin vieler Muttergottheiten, die
für schöpferische Energie steht
• den alte Aspekt der "Jungfrau als Göttin"
• ihren blauen Sternen-Mantel, der ihre Identität als
Himmelskönigin ausweist
Oft wird Maria auf der Mondsichel dargestellt und zeigt damit ihre Nähe zu den Mondgöttinnen. Die matriarchale Göttin war eine dreifaltige, der dreifgestaltige Mond symbolisierte sie als Einheit: Die weiße Sichel des jungen Mondes versinnbildlicht die Göttin in ihrer Mädchengestalt, die Göttin des Frühlings. Der Vollmond ist das Symbol der Muttergöttin mit den Themen Liebe und Fruchtbarkeit, die im Sommer regiert. Der Neumond steht für die Greisin, die weise Alte: In der tiefsten Region, der Unterwelt, herrscht sie als winterliche Todesgöttin, die alles Leben mit in die Tiefe nimmt, um es im neuen Jahr wieder zum Licht auferstehen zu lassen.
Ungeachtet der offiziellen Lehren: In der Gestalt der Maria können Frauen ein christlich legitimiertes Symbol finden, das das weibliche Antlitz der Gottheit offenbart. Es trägt jahrtausende alte weibliche Kräfte und kann Frauen somit helfen, auch in religiöser Hinsicht selbstbewußter zu werden und die Einseitigkeit der patriarchalen Gottesvorstellung zu überwinden. VeS
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